Themen: Ukraine Krieg, Gesellschaft, Krieg&Frieden
Regionen: International, Russland/Eurasien
Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter reist eine Ukrainerin in ihre Heimat und erlebt ein Land, das sie als vom Krieg und den täglichen Verlusten geprägt beschreibt. Beerdigungen seien allgegenwärtig, Friedhöfe wüchsen rasch, und in Stadtzentren erinnerten grossformatige Fotos an gefallene Soldaten. Nicht alle Angehörigen erhielten jedoch die Erlaubnis, solche Bilder aufzustellen; verlässliche landesweite Opferzahlen fehlten. Jeden Morgen um 9 Uhr halte das Land eine Schweigeminute ab, auch Busse und Züge kämen dafür zum Stillstand. Züge verkehrten trotz Drohnengefahr und hielten nur bei Luftalarm. Der Mangel an Männern erschwere in Dörfern selbst körperliche Arbeiten bei Bestattungen. Viele Menschen wirkten durch Stress vorzeitig gealtert, klagten über höhere Preise, schlechtere medizinische Versorgung und Schlaflosigkeit. Dennoch gehe das Leben weiter: Kinder bereiteten sich auf die Schule vor, Unternehmen bauten Wohnquartiere, und Menschen versuchten ihren Alltag aufrechtzuerhalten.