Themen: Umwelt, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Künstliche Beleuchtung beeinträchtigt die meisten Fledermausarten bei der Jagd und kann sie aus ihren Jagdgebieten verdrängen. Fabian Heussler vom Fledermausverein Bern erklärt, dass vor allem die verbreitete Zwergfledermaus Lichtquellen teilweise nutzt, weil dort Insekten angezogen werden. Arten wie das Braune Langohr und die Kleine Hufeisennase, die auch um Spiez vorkommen, meiden Licht dagegen. Als mögliche Erklärung gilt die erhöhte Gefahr durch Greifvögel, insbesondere für langsam fliegende Arten; auch bei Vollmond verändern Fledermäuse ihr Flugverhalten. Die Lichtemissionen in der Schweiz haben sich seit den 1990er-Jahren mehr als verdoppelt. Aktionstage wie die Nacht der Sterne schaffen laut Heussler Aufmerksamkeit, doch besonders grosse Firmen, Gemeinden und Betreiber grösserer Anlagen könnten wirksam handeln. Zusätzlich helfen naturnahe Gärten und Produkte aus naturverträglichem Anbau, weil sie das Insektenangebot sichern. Pestizide verringern diese Nahrungsgrundlage. Meldungen bekannter Quartiere in Gebäuden oder Bäumen verbessern zudem das Wissen über lokale Bestände.