Themen: Krieg&Frieden, Gesellschaft, Migration/Asyl
Regionen: International, Westasien
Mohamad Zwahara aus dem palästinensischen Dorf Al-Masara schildert, wie die nahe israelische Siedlung Efrat das Land und den Alltag seiner Familie prägt. Ein Teil des Landes seines Grossvaters wurde laut seiner Erinnerung für die Siedlung beansprucht; seit Oktober 2023 hätten Gewalt durch Armee und Siedler sowie neue Aussenposten zugenommen. Al-Masara demonstriert seit 2006 gegen Siedlungsausbau und Trennmauer. Der Nahostforscher Moritz Haegi beschreibt Efrat als Teil einer Siedlungsstrategie, welche palästinensische Räume fragmentiere und Agrarland abschneide. Ein geplanter Ausbau im E2-Projekt mit mehreren tausend Wohnungen könnte Dörfer südlich von Bethlehem einschliessen und die Region faktisch teilen. Zwahara berichtet zudem von Checkpoints, Strassensperren, ungleichem Zugang zu Wasser und eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Menschenrechtsorganisationen bewerten solche Unterschiede als Teil eines Apartheidsystems. Zwahara kritisiert auch die Universität Luzern, die einen in Efrat wohnhaften Dozenten über Jahrzehnte beschäftigt habe.