Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Romandie
Der Konflikt zwischen dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) und der Coordination intercommunautaire contre l’antisémitisme et la diffamation (CICAD) verschärft sich in der Romandie. Der SIG will die Zusammenarbeit bei der Antisemitismusbekämpfung formalisieren und eine verbindliche Aufgabenteilung schaffen. Dazu gehören gemeinsame Veröffentlichungstermine, Kennzahlen, Erfassungs- und Klassifikationskriterien für antisemitische Vorfälle sowie die Kooperation mit offiziellen Erhebungsstellen. Weiterhin bestehen jedoch getrennte Berichte für Deutschschweiz und Romandie. Im Zentrum steht auch das Verhältnis der CICAD zu den SIG-Mitgliedsgemeinden, insbesondere zur Israelitischen Cultusgemeinde Lausanne und des Kantons Waadt. Der SIG betont, die Gemeinden sollten gemeinsam mit der CICAD über konkrete Zusammenarbeit entscheiden; bei fehlender Einigung respektiere er den Willen seines Mitglieds. Die Lausanner Gemeinde beansprucht, direkt mit Waadtländer Behörden verhandeln zu können. Die CICAD verweist auf ihr Fachwissen und ihre Schutzfunktion. Der SIG bietet zudem direkte Kontakte zu kommunalen und kantonalen Behörden der Romandie an, während CICAD-Kontakte zu Bundesbehörden möglichst koordiniert werden sollen.