Themen: Wirtschaft/Finanzen, Technologie
Regionen: International, Europa
Volkswagen steht nach Darstellung von Vorstandskreisen vor einer existenzbedrohenden Krise. Als Ursachen gelten verpasste Elektrifizierung und Digitalisierung, ein zu grosses Werksnetz, unprofitable Modellvielfalt sowie der zunehmende Druck chinesischer Konkurrenten. Der Absatz sank auf rund neun Millionen Fahrzeuge, während die Kapazitäten für zwölf Millionen Autos intern als dauerhaft unrealistisch gelten. Konzernchef Oliver Blume will dem Aufsichtsrat ein Sanierungspaket vorlegen: Die Werke Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau sollen ab 2031 geschlossen und zusätzlich zu bereits beschlossenen 50.000 Stellen zwischen 55.000 und 70.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zudem sind Verkäufe von Tochtergesellschaften und Beteiligungen sowie eine Reduktion der Modellpalette auf 73 Fahrzeuge vorgesehen. Die jährlichen Kosten sollen um mehr als zehn Milliarden Euro sinken. Betriebsrat und Land Niedersachsen wollen Standorte und Arbeitsplätze schützen; die Eigentümerfamilie Porsche/Piëch drängt auf harte Einschnitte.