Themen: Partei-Politik, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die AfD erhielt bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt knapp 44 Prozent und 39 Sitze im Landtag, drei weniger als die absolute Mehrheit. Die Soziologin Katharina Warda beschreibt den Landesverband als besonders geprägt von rassistischen Positionen, NS-Verherrlichung und Forderungen nach Sonderklassen für Kinder mit Behinderung sowie Kinder mit Fluchtgeschichte. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund verherrliche mit dem Verweis auf die neunziger Jahre eine Zeit rechter Strassengewalt und verbinde Nostalgie mit einer Drohung. Warda sieht strukturelle Probleme, Abwanderung und Erfahrungen der Nachwendezeit als Faktoren, betont aber die Wirkung der emotionalisierten, völkischen Erzählungen der Partei. Für marginalisierte Menschen, demokratische Vereine und zivilgesellschaftliche Projekte bedeute das Resultat eine akute Bedrohung. CDU, SPD und Grüne verfügen zusammen über 31 Mandate, die Linke über 8 und das BSW über 5. Damit könnte das BSW bei einer Regierungsbildung oder bei wechselnden Mehrheiten entscheidend werden.