Themen: Innen-Politik, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Tessin
Der Tessiner Staatsrat Claudio Zali sieht sich nach Vorwürfen mehrerer Frauen mit mehreren Strafverfahren konfrontiert. Ihm werden mutmassliche Delikte gegen die sexuelle Integrität, Ausnützung einer Abhängigkeit, Amtsmissbrauch und versuchte Nötigung vorgeworfen; für alle Verfahren gilt die Unschuldsvermutung. Zali weist die Vorwürfe zurück. Seine frühere Partnerin Valentina Lombardi wurde am 18. August tot im Luganersee gefunden. Die Obduktion ergab keine Hinweise auf gewaltsame Fremdeinwirkung, stellte aber Alkohol und Beruhigungsmittel in ihrem Blut fest. Kurz zuvor hatte Lombardi nach einem Angriff am Seeufer angegeben, Zali könne einen Mann gegen sie geschickt haben; ein Beleg dafür liegt nicht vor. Eine Tonaufnahme und frühere Anzeigen dokumentieren ihre Angst vor Zali. Kritik richtet sich zudem gegen die Tessiner Justiz, die trotz früher Hinweise und Anzeigen erst spät ermittelte. Zalis Regierungskollegen entzogen ihm die Departementsleitung; Ende September scheidet er aus dem Staatsrat aus.