Themen: Partei-Politik, Klima&Energie
Regionen: International, Europa
Die AfD nutzt Konflikte um Windkraftanlagen in Ostdeutschland als Wahlkampfthema. Recherchen zufolge unterstützt sie in den meisten Konfliktgebieten Sachsen-Anhalts und in mehr als einem Viertel der Gebiete Mecklenburg-Vorpommerns den Widerstand gegen Windkraft. In beiden Ländern stehen im September Wahlen an. Die Partei organisiert Demonstrationen, verbreitet Kampagnen in sozialen Netzwerken und stellt parlamentarische Anträge gegen neue Projekte. Teilweise bestehen personelle Überschneidungen zwischen AfD-Funktionären und Bürgerinitiativen. In Zwickau trat etwa der AfD-Kreistagsbeisitzer Kay-Uwe Klepzig bei einer Kundgebung gegen Windräder auf. Die AfD fordert unter anderem Moratorien für neue Anlagen. Bundesrecht begrenzt jedoch die Möglichkeiten der Länder, solche Vorhaben zu stoppen. Als wirksamster Hebel gilt deshalb die Verzögerung einzelner Projekte durch Anträge, Stellungnahmen und Bürgerbegehren. Vertreter der Branche warnen, ein Wahlerfolg der Partei könne den Windkraftausbau um Jahre zurückwerfen und Deutschlands Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten verstärken.