Themen: Gesellschaft, Gleichstellung, Leben
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Jess Sigerist versteht «t4t» – trans for trans – als Beziehungen und Bindungen, in denen alle Beteiligten trans sind. Die eigene anfängliche Verunsicherung über die Anziehung zu trans Personen wurde nach dem nicht-binären Coming-out zur Erkenntnis: Andere trans Menschen vermitteln Verständnis für eine komplexe Genderidentität, ohne dass diese fortlaufend erklärt werden muss. Sigerist beschreibt romantische und sexuelle Beziehungen zu trans Personen als heilsam, weil sie helfen, feminine und maskuline Seiten sowie Nicht-Binarität anzunehmen. «T4t» umfasst jedoch nicht nur Dating, sondern auch Freundschaften, Chosen Families, Zusammenarbeit, Wohnen, gemeinsame Projekte und trans Sichtbarkeit in Büchern, auf Bühnen, in Serien und sozialen Medien. Die Autorperson betont zugleich, dass solche Netzwerke in einer zunehmend transfeindlichen Gesellschaft oft notwendige gegenseitige Unterstützung bieten: durch Hinweise auf sichere Orte, Care-Arbeit, finanzielle Hilfe oder Hormone. Diese Belastung solle nicht allein bei marginalisierten Menschen liegen.