Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg, International, Afrika
Das Bernische Historische Museum hat die «Usakos Railway Workers' Collection» mit 286 Objekten an das Stadtmuseum von Usakos in Namibia übertragen. Die Gegenstände hatte das Schweizer Ehepaar Marie und Victor Solioz 1906 im damaligen Deutsch-Südwestafrika gesammelt und 1928 dem Museum in Bern verkauft. Ihre Aneignung fiel in die Zeit des deutschen Kolonialkriegs gegen Herero und Nama, des Völkermords sowie der Zwangsarbeit beim Bau der Otavi-Eisenbahn. Die Forschung des Museums bewertet den Entstehungskontext als gewaltgeprägt; wie Marie Solioz die einzelnen Objekte erwarb, bleibt teilweise offen. Nach jahrelanger Provenienzforschung und Gesprächen mit Beteiligten in Usakos wurde das Eigentum im Juni übertragen. 28 Objekte befinden sich bereits in Namibia. Die übrigen Bestände sind bis zur Finissage der Sonderausstellung «Destination: Usakos» am 4. Juli 2027 in Bern als Leihgaben ausgestellt und werden danach verschickt. In Usakos sollen sie dauerhaft gezeigt werden und Identität, Geschichtsvermittlung und Tourismus stärken.