Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Armin Brunner, der langjährige Musikchef des Schweizer Fernsehens, ist am 12. August im Alter von 93 Jahren gestorben. Als Leiter der Redaktion Musik und Ballett ab 1979 suchte der Dirigent nach Formen, klassische Musik nicht bloss als Konzertübertragung zu dokumentieren, sondern mit Bildern neu zu erzählen. Gemeinsam mit dem von ihm geförderten Regisseur Adrian Marthaler entstanden aufwendige Produktionen wie Gershwins «Rhapsody in Blue» und eine bildmächtige Umsetzung von Mahlers Sechster. Die Sendungen von Fernsehen DRS erhielten zahlreiche Preise und wurden international ausgestrahlt. Mit den «Musikalischen Meditationen» verband Brunner geistliche Musik mit Stellungnahmen prominenter Autorinnen und Autoren; 21 Folgen entstanden. Auch ausserhalb des Fernsehens realisierte er Kulturveranstaltungen, vertonte Stummfilme live mit Orchester und entwickelte Arena-Konzerte, die Musik in zeitgeschichtliche Zusammenhänge stellten. Seine Reihe umfasste 115 Konzerte in mehreren Schweizer Städten. Brunners kühne Eingriffe in musikalische Traditionen sollten die Relevanz grosser Kunst sichtbar machen.