Themen: Kultur/Feuilleton, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Am Zürcher Theater Spektakel erlebt eine Kulturvermittlerin zwischen Bühnen, Foodbuden und Wiedersehen den Beginn ihres Kulturherbsts. Das Programm mit Themen wie Erinnerung, Kunst als Widerstand, Faschismus und Demokratie begleitet sie auch nach der Vorstellung weiter. In Workshops befasst sie sich beruflich mit Demokratie, Diskriminierung und Zusammenleben; selbst beim Kulturabend lässt sie die Frage nicht los, wen Kunst erreicht und welche Gespräche sie eröffnen kann. Zugleich erinnert sie die Bezeichnung «Kulturschaffende» an die nationalsozialistische Reichskulturkammer, die Kunst staatlich kontrollierte und jüdische sowie politisch unerwünschte Menschen ausschloss. Kunst müsse keinen Demokratie-Workshop liefern, schreibt sie. Doch auch unpolitisch wirkende Programme beruhten auf Entscheidungen über Finanzierung, Erzählrechte und Ticketpreise. Kultur könne Fremdes vertraut und Vertrautes fremd machen, Erfahrungen sichtbar machen und Mut zum Einmischen wecken. Kulturhäuser müssten deshalb auch widersprüchliche Kunst unterstützen und Menschen Raum geben, die bisher wenig Platz hatten.