Themen: Geopolitik, Migration/Asyl, Krieg&Frieden
Regionen: International, Europa, Afrika
Marokko soll beim Massenschwimmen in die spanische Exklave Ceuta über 50'000 junge Männer passieren lassen haben, um Druck auf Spanien auszuüben. Der Bericht verbindet die Aktion mit Spaniens Annäherung an Algerien und dem Konflikt um die Westsahara. Algerien unterstützt die Befreiungsbewegung Front Polisario und verlangt die Unabhängigkeit der Westsahara, während Spanien eine echte Autonomie unter marokkanischer Souveränität als mögliche Lösung akzeptiert. Bereits 2021 hatten marokkanische Behörden nach einem Streit über die Behandlung des Polisario-Führers Brahim Ghali in Spanien 9000 Menschen nach Ceuta gelangen lassen. Vor dem jüngsten Ereignis verbreitete sich in sozialen Netzwerken eine Kampagne, wonach die Grenze offen sei. Viele Männer hatten kein Gepäck bei sich; ihre Rückkehr wurde von Medien unter anderem mit geschlossenen Läden erklärt. Mindestens 72 junge Männer starben. Die Westsahara, einst spanische Kolonie, wartet trotz UNO-Forderungen weiterhin auf eine Selbstbestimmung oder Autonomie.