Themen: Geopolitik, Gesellschaft
Regionen: International, Nordamerika
Barack Obama besuchte Kuba im März 2016 als erster amtierender US-Präsident seit 1928 und wollte die nach mehr als 50 Jahren wiederaufgenommenen diplomatischen Beziehungen vertiefen. Reisebeschränkungen wurden gelockert, Direktflüge und Kreuzfahrten ermöglichten mehr Tourismus, und private Restaurants, Unterkünfte sowie Taxidienste erhielten Auftrieb. Das US-Embargo blieb jedoch weitgehend bestehen. Nach seiner Wahl Ende 2016 machte Donald Trump wesentliche Schritte dieser Öffnung rückgängig, verschärfte Sanktionen und unterband den Dialog mit Havanna. Die Darstellung sieht darin eine verpasste Chance für wirtschaftliche Öffnung und gesellschaftliche Vernetzung Kubas, betont aber den spekulativen Charakter solcher Annahmen. Die wirtschaftliche Not wird nicht allein dem US-Embargo zugeschrieben, sondern auch der autoritären und reformunfähigen Führung des kubanischen Regimes. Raúl Castro hatte begrenzte wirtschaftliche Reformen zugelassen, politische Liberalisierung jedoch weitgehend verhindert.