Themen: Bildung, CH-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Der Kanton Bern stimmt am 27. September über die Bildungsinitiative des Lehrpersonalverbands Bildung Bern ab. Die Initiative verlangt, dass die Verpflichtung zu einer flächendeckend hohen Bildungsqualität deutlicher in der Kantonsverfassung verankert wird. Hintergrund sind Lehrpersonenmangel, grosse Klassen und Engpässe in der Sonderpädagogik. Im vergangenen Schuljahr waren im Kindergarten elf Prozent der Stellen, auf der Primarstufe fast 17 Prozent und auf der Sekundarstufe 28 Prozent mit nicht voll qualifiziertem Personal besetzt. Der Kanton kennt zudem keine verbindliche Obergrenze für Klassengrössen; ab 27 Kindern greift bloss ein Überprüfungsbereich. Besonders belastet seien Kinder mit Lernschwächen oder Verhaltensauffälligkeiten, wenn Zusatzangebote fehlten oder Bezugspersonen häufig wechselten. Das Initiativkomitee fordert unter anderem Anreize für Nachqualifikationen, mehr Schulsekretariate, ein Monitoring für Personalengpässe, Klassengrössenlimiten und bessere Anstellungsbedingungen. Regierungsrat, Grosser Rat, SVP und FDP lehnen die Vorlage ab; SP und Grüne unterstützen sie.