Themen: Bildung, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Lucien Criblez beurteilt die Berner Bildungsinitiative vor allem als symbolisches Signal: Der Auftrag zu hoher Bildungsqualität bestehe für Bund und Kantone bereits seit der Verfassungsabstimmung von 2006. Die Initiative könnte aber eine politische Debatte über deren konkrete Umsetzung auslösen. Als wesentliche Belastungen der Schulen nennt er Lehrpersonenmangel, grössere und vielfältigere Klassen, Inklusion sowie höhere Erwartungen an individuelle Förderung und Leistungsbeurteilung. Eine Reduktion der Pflichtlektionen für Vollzeit-Lehrpersonen wäre laut Criblez teuer und würde jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Bei Klassen mit mehr als 27 Kindern stosse der Anspruch auf Individualisierung klar an Grenzen. Für langfristig beschäftigte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger fordert er Stipendien, damit sie eine berufsbegleitende Ausbildung absolvieren können. Der Kanton Bern habe im Vergleich eine besonders breit angelegte Lehrberechtigung, wodurch Ausbildungszeit pro Fach und Stufe geringer ausfalle. Gute Ausbildung und permanente Weiterbildung seien zentral, um die Schulqualität dauerhaft zu sichern.