Themen: Umwelt, Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft
Regionen: International, International Unbestimmt
Grosse Lachsfarmen füttern Zuchtlachse zunehmend mit Pellets aus Geflügel-Schlachtabfällen wie Knochen, Leber und Gehirn. Hintergrund sind steigende Preise und begrenzte Bestände von Fischmehl, das bislang häufig aus Wildfängen stammt. Mowi, Lerøy Seafood Group und Grieg Seafood verwenden laut Financial Times bereits Pouletbestandteile; SalMar testet sie seit März. In Chile und Kanada ist diese Fütterung schon länger üblich. In der EU und Grossbritannien war Tiermehl von Landtieren für Fische von 2001 bis 2013 wegen BSE-Risiken verboten; heute sind Mehle von Schweinen und Geflügel erlaubt, nicht aber von Wiederkäuern. Für Kundinnen und Kunden ist die Fütterung nicht kennzeichnungspflichtig. Die Industrie sieht darin eine Möglichkeit, Wildbestände zu schonen und Schlachtabfälle zu verwerten. Zugleich bleiben die ökologischen und tierwohlbezogenen Probleme der intensiven Lachszucht bestehen, darunter Krankheiten, Chemikalien, Abfälle und Auswirkungen entkommener Fische auf Wildbestände.