Themen: Sport, Technologie
Regionen: International, International Unbestimmt
Der Fussball hält offiziell an zweimal 45 Minuten fest, obwohl der Ball laut früheren Berechnungen oft nur 55 bis 60 Minuten tatsächlich im Spiel ist. Martin Born stellt dies dem Eishockey gegenüber, wo die Uhr seit 1927 bei Unterbrüchen angehalten wird. Eine Einführung von 60 Minuten Nettospielzeit im Fussball sei am Widerstand gegen Werbepausen, längere Unberechenbarkeit und einen vermeintlichen Verlust der Schiedsrichterautonomie gescheitert. Die Fifa reagierte stattdessen mit Fristen für Torhüter, Einwürfe, Abstösse und Wechsel sowie mit der Vorgabe, verlorene Zeit nachzuspielen. An der WM werde dies jedoch nicht konsequent umgesetzt, etwa bei zahlreichen Eckbällen, Verletzungen oder Wechseln. Gleichzeitig verlängerten VAR-Prüfungen und neue Trinkpausen die Partien. Born kritisiert den Widerspruch: Technik und Unterbrüche nähmen zu, während die offizielle Zeitrechnung zu absurden Angaben über Tore in der Nachspielzeit führe.