Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft, KI/Digital
Regionen: International, Europa
Yves Kugelmann warnt vor einer Ideologie der Lüge, die historische Fakten und Wirklichkeit durch manipulierte Narrative verdränge. Er verbindet diese Kritik mit Orten, an denen die NS-Vergangenheit aus seiner Sicht unzureichend aufgearbeitet werde: dem Bührle-Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses, dem Bayreuther Festspielhaus und Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn. Die Ausstellung «Verstummte Stimmen» dokumentiere die Ausgrenzung jüdischer Künstler bei den Bayreuther Festspielen zwischen 1876 und 1945. Zum 150-Jahr-Jubiläum 2026 sei Michel Friedman zunächst aus Sicherheitsgründen ausgeladen und nach öffentlicher Kritik wieder eingeladen worden. Seine Gedenkrede soll den Verfolgten eine Stimme geben. Kugelmann verweist zudem auf die erstmalige Aufführung von Wagners «Rienzi» auf dem Grünen Hügel. Gegen Desinformation und Diskriminierung seien kritisches Denken und Aufklärung nötig; ob Frankreichs geplantes Jugendschutzgesetz für soziale Medien helfe, bleibe offen.