Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, International Unbestimmt
Leidenschaft kann als Interesse an einer Tätigkeit beflügeln, in Liebesbeziehungen aber auch zur Projektion und, aus feministischer Sicht, zu einem Mittel der Unterdrückung werden. Der Philosoph Eric Fiat erinnert in seinem im Sommer bei Labor et Fides erschienenen Essay «La passion, qu’est-ce que ça change?» an die dunklen Seiten dieser Neigung. Ihre griechischen und lateinischen sprachlichen Wurzeln verweisen auf Leiden und Krankheit; daraus entstanden auch Wörter wie Pathos und pathologisch. Fiat deutet zugleich die Passion Christi als Geschehen, das besonders verletzlichen und verachteten Menschen Hoffnung geben soll. So stellt sich die Frage, ob Leidenschaft trotz ihrer Schattenseiten zu retten ist.