Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: International, Europa
Lascaux IV ermöglicht seit 2016 den Besuch einer vollständigen Rekonstruktion der prähistorischen Höhle von Lascaux. Das norwegische Architekturbüro Snøhetta schuf dafür einen langgezogenen, in den bewaldeten Hang eingefügten Bau nahe der Originalhöhle. Lascaux I war 1940 entdeckt und 1948 für den Tourismus geöffnet worden. Die Ausdünstungen der Besucher schädigten die empfindlichen Malereien; trotz Klima-Regulierung liess sich Schimmel nicht verhindern, weshalb die Höhle 1963 geschlossen wurde. Bereits 1983 entstand Lascaux II mit den zwei Hauptsälen, 2012 folgte die Wanderausstellung Lascaux III. Lascaux IV arbeitet mit gedimmtem Licht und einer präzisen Kopie der Höhlenräume. Der Autor bewertet die deklarierte Replik als überzeugende Strategie: Sie bewahre das gefährdete Original und ermögliche dennoch ein Kunst- und Seherlebnis, auch wenn die Frage nach der Aura des einzigartigen Originals bestehen bleibt.