Themen: Leben, Ungleichheit, Klima&Energie
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Reto Thumiger kritisiert, dass Ersatzneubauten in der angespannten Wohnsituation oft bezahlbaren Wohnraum verdrängen. Die Leerwohnungsziffer lag 2026 schweizweit bei 0,93 Prozent, im Kanton Zürich bei 0,52 Prozent; rund 60 Prozent der Schweizer Haushalte wohnen zur Miete. Eigentümer wie Fonds, Versicherungen, Banken und Pensionskassen kündigten ganze Siedlungen häufig nicht wegen unrettbarer Bausubstanz, sondern weil sich mit mehr Geschossen, kleineren Wohnungen und höheren Mieten höhere Renditen erzielen liessen. Zwar könne Verdichtung Kulturland schonen, doch 150 teure Wohnungen ersetzten für die bisherigen Bewohnenden nicht 100 günstige Wohnungen. Verdrängung in Randlagen erhöhe zudem Wege und Verkehr und schwäche die soziale Vielfalt der Städte. Thumiger fordert deshalb Sanierungen, Umbauten, Aufstockungen und etappierte Erneuerungen; bei nötigen Ersatzneubauten verlangt er Rückkehrmöglichkeiten und tragbare Mieten. Er verweist auch auf den Ressourcenverlust durch Abriss und plädiert für genossenschaftlichen, kommunalen und gemeinnützigen Wohnungsbau. Seine Zürcher Siedlung Im Walder/Niederhofenrain ist selbst vom Abriss betroffen.