Themen: Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Der Verkauf zweier Liegenschaften mit Bordellen an der Basler Webergasse gefährdet Arbeitsräume in der Toleranzzone. Die SP verlangt, der Kanton solle Grundstücke kaufen und an eine Organisation weitervermieten, damit Sexarbeiterinnen unabhängiger von Betreibern werden und sichere, sichtbare Arbeitsorte behalten. Ein entsprechender Vorstoss von Kerstin Wenk liegt seit zehn Jahren vor; der Regierungsrat beantragt dessen Abschreibung. Er verweist auf das bestehende liberale Regulierungsmodell mit Beratung, Gesundheitsvorsorge, Kontrollen und Sanktionen und hält Liegenschaftskäufe für wenig zielführend. Der Grosse Rat entscheidet diese Woche. Als Vorbild wird die Genfer private Stiftung Philénis genannt, die Räume zu fairen Mieten vermietet. Der Kanton Genf finanziert sie jedoch nicht. In Basel fehlen bislang private Trägerschaften und Ressourcen. SP-Grossrat Ivo Balmer erwägt bei einer Abschreibung einen neuen Vorstoss und fordert den Kauf der Webergasse.