Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Europa
Erzsébet Báthory, geboren 1560 in einer der mächtigsten Adelsfamilien Mitteleuropas, wurde seit dem Bekanntwerden ihrer Prozessakten in den 1720er-Jahren zur legendären Serienmörderin und Vampirfigur. Die Gräfin war wohlhabend, gebildet und beherrschte Ungarisch, Griechisch, Latein, Deutsch und Slowakisch. Sie besass eine Burg, heiratete einen angesehenen Mann und soll am Ende reicher als König Rudolf II. von Ungarn gewesen sein. Ihr werden Morde an Hunderten jungen Frauen zugeschrieben; sie starb abgeschieden in ihrer Festung. Der Beitrag verknüpft diese Überlieferung mit Berichten über epileptische Anfälle in ihrer Kindheit, innerfamiliäre Heiraten und später gedeutete Hinweise auf Schizophrenie. Eine Geschichte über die Bestrafung eines Bauern in einem sterbenden Pferd bleibt ausdrücklich legendenhaft. In einer Zeit brutaler Strafen gegen rechtlose Bauern und Bedienstete habe Báthory Gewalt zudem früh erlebt. Ihr Bild prägten auch Darstellungen ihrer Schönheit und ihrer melancholischen Erscheinung.