Themen: Reisen & Ferne Welt, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Amsterdam und Barcelona versuchen seit Jahren, den Massentourismus mit Hotelstopps, Einschränkungen für Kurzzeitvermietungen, Touristentaxen und Kampagnen zu begrenzen. Dennoch stiegen die Hotelübernachtungen in Amsterdam von 9,7 Millionen 2010 auf 23,7 Millionen 2025; in Barcelona nahmen sie von 17,1 Millionen 2014 auf 37,2 Millionen 2025 zu. Fachleute argumentieren, dass höhere Preise und begrenzte Unterkünfte Gäste oft bloss in Vororte verlagern, von wo sie in die Innenstädte pendeln. Auch Steuern dämpften die Nachfrage kaum, solange Reisen für viele zahlungskräftige Besucher attraktiv bleibe. Aktivisten kritisieren zudem die Vorstellung eines «besseren» oder kaufkräftigeren Tourismus: Entscheidend sei die Menge der Menschen und die strukturelle Abhängigkeit der Städte von der Branche. Zwar schafft Tourismus Arbeitsplätze, diese seien aber oft prekär und schlecht bezahlt; ein grosser Teil der Gewinne fliesse an Plattformen, Hotelketten, Immobilieninvestoren und Fluggesellschaften. Vorgeschlagen werden unter anderem Hotelrückkäufe für Wohnraum, Beschränkungen für Kreuzfahrten und Flüge sowie günstigerer Bahnverkehr.