Themen: Kultur, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Ostschweiz
Sonja Lippuner eröffnet die Ausstellungsreihe «Kunstkabine für alle» in St.Gallen mit ihrer «Rollstuhlkunst». Für die Bilder der Serie «Spuren» trägt sie Farbe auf ihre Rollstuhlräder auf und fährt damit über Plexiglas. Damit verweist sie darauf, dass ihre Spuren anders aussehen als Fussabdrücke. Ein Werk war bereits in der St.Galler Ausrufezeichen-Aktion zu sehen, die auf Anliegen von Menschen mit Beeinträchtigung aufmerksam machte. Lippuner kritisiert, dass Rollstuhlfahrende häufig ungefragt angefasst, geschoben oder stellvertretend in Konflikte hineingezogen werden. Auch bei baulichen Anpassungen würden Bedürfnisse oft nicht zu Ende gedacht, etwa wenn Spiegel in rollstuhlgängigen Toiletten auf Augenhöhe stehender Personen montiert sind. Die Ausstellung soll sensibilisieren, ohne Kunst von Menschen mit Beeinträchtigung als Sonderfall zu behandeln. Nach Lippuner folgen Bryce Curtis, Bruno Knechtle und Esther Wettach. Die Kunstkabine will ihre Werke sichtbar machen und Kunst als öffentlichen Raum für alle verstehen.