Themen: Kultur, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Eva de Souza präsentiert in der Stadtgalerie Bern die Ausstellung «tecidos que curam» mit textilen Installationen aus verschiedenen Schaffensphasen. Die grossformatige Arbeit «Zamambaia» von 2022 zeigt eine schwarze Frau am Boden, umgeben von Polizist*innen; grüne Stoffteile stehen für Farn sowie die Widerstandskraft des Lebens. Als Material verwendet die schweizerisch-brasilianische, in Bern lebende Künstlerin Recycling-Gewebe, das obdachlosen Menschen in Brasilien häufig als Decke dient. Die Ausstellung führt von Arbeiten zu Polizeigewalt, Rassismus und sexualisierter Gewalt zu abstrakteren Bildern von Heilung und Transformation. Schlafende Frauen in «A Mulher no Saco» bewahren trotz ihrer Ausgesetztheit einen geschützten inneren Raum. Besucher*innen können an der «Cartografie Afetiva» an einem textilen Hoffnungstuch weiternähen. Rostspuren in neueren Werken verweisen auf sich wandelnde Erinnerungen. Mit der Abstraktion widersetzt sich de Souza Erwartungen an vermeintlich authentische, gegenständliche Kunst nichtweisser Künstlerinnen.