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Wie ein homosexueller Chamer den Nazis zum Opfer fiel

Zentralplus

Themen: Kultur, Gleichstellung, Krieg&Frieden

Regionen: Schweiz, Zentralschweiz

Ein Stolperstein an der Knonauerstrasse 14 in Cham erinnert an Adolf Ferrari, geboren 1914, der 1944 im Konzentrationslager Mittelbau-Dora starb. Seine Familie wurde 1933 aus Zug nach Italien ausgeschafft, nachdem sein italienischer Vater wegen Schulden inhaftiert worden war. Die Schweizer Mutter und die Kinder mussten ebenfalls das Land verlassen; sie starb kurz darauf in Italien. Gesuche des Vaters, mit den Kindern in die Schweiz zurückkehren zu dürfen, lehnte der Zuger Regierungsrat 1934 und 1936 ab. Adolf Ferrari lebte 1941 als kaufmännischer Angestellter in Metzingen. Behörden verhafteten ihn im Januar jenes Jahres wegen seiner Homosexualität und wiesen ihn im September ins KZ Dachau ein. Dort wurde er für medizinische Menschenversuche missbraucht. 1942 kam er nach Buchenwald, später nach Mittelbau-Dora, wo er am 18. Februar 1944 offiziell an Herzmuskelschwäche starb. Historiker Michael van Orsouw recherchierte seine Geschichte und regte den Stolperstein an.

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