Themen: Migration/Asyl, Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Westasien
Die Zürcher Behörden führten Bahar Yalçınkaya am 4. August mit ihren Kindern aus einem Rückkehrzentrum zum Flughafen und schoben sie nach Istanbul aus. Laut ihrem Rechtsvertreter war das SEM über einen türkischen Haftbefehl informiert und vor einer unmittelbar drohenden Festnahme gewarnt worden. Nach der Landung wurde die 35-jährige Lehrerin festgenommen und zwei Tage später in das Frauengefängnis Bakırköy gebracht. Ihr 15 Monate alter Sohn ist mit ihr in Haft, ihre fünfjährige Tochter wurde in Istanbul von Mutter und Bruder getrennt; der Vater blieb in der Schweiz zurück. Der Türkei werden Social-Media-Beiträge, Sympathien für kurdische Anliegen und Unterstützung der pro-kurdischen DEM-Partei als «Terrorpropaganda» vorgeworfen. Die Familie hatte 2023 in der Schweiz Asyl beantragt, das Gesuch wurde abgelehnt. Der Rechtsvertreter hält die Risikoprüfung angesichts politischer Verfolgung und möglicher Menschenrechtsverletzungen für unzureichend.