Themen: Sport, Gesellschaft, Leben
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Die blinde Läuferin Laura Kirschner joggt seit Jahren mit sehenden Guides. Beide halten ein Verbindungsband und bewegen sich spiegelverkehrt, weshalb Schrittfolge und Armbewegungen genau abgestimmt sein müssen. Ist der Rhythmus verschoben, kann die Begleitperson Druck auf die Hand der Läuferin ausüben. Entscheidend ist zudem, Hindernisse frühzeitig zu erkennen und ruhig zu kommunizieren. Entgegenkommende Velos, Trottoirkanten oder grosse Fahrzeuge können abruptes Ausweichen und Stürze verursachen. Guides wählen deshalb möglichst sichere Passagen, wechseln bei Bedarf die Führseite, passen das Tempo an oder lassen Fahrzeuge passieren. Grosse Fahrzeuge wirken akustisch häufig näher und bedrohlicher, als sie tatsächlich sind. Kirschner bittet Passant:innen, dem Lauftandem Platz zu machen, nicht in Gruppen nebeneinander zu gehen und Guide und Läuferin nicht durch unnötige Ankündigungen abzulenken. «Blind Jogging» ermöglicht ihr Bewegung im Freien, Begegnungen und Selbstständigkeit, beruht aber wesentlich auf gegenseitigem Vertrauen und Rücksichtnahme.