Themen: Kultur, Leben, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Ostschweiz
Mario Crola hat seine letzte Kasperlitheater-Saison im Freibad KSS in Schaffhausen beendet. Der 81-Jährige spielte dort während mehr als 30 Jahren und räumt nun sein Theaterhäuschen. Als Religionslehrer, Katechet und Oberstufenlehrer war er schon zuvor Geschichtenerzähler und arbeitete im Unterricht mit Puppen. Sein Kasperlitheater verstand er als dialogisches Spiel: Kinder sollten mitrufen, mitdenken und an der Handlung teilnehmen. Crola improvisierte oft und orientierte sich an Adalbert Klingler sowie teilweise an Jörg Schneider und Ines Torelli. Sein Kasperli sollte Fröhlichkeit schaffen und von Ängsten und Zwängen befreien. Gewalt lehnte er ab; Konflikte wurden ohne Prügeleien gelöst. Figuren wie Teufel oder die stereotype böse Hexe setzte er bewusst kaum ein. Begegnungen mit Familien prägten ihn: Auf Hinweise zu Kriegstraumata reagierte er, indem er Figuren oder Programm anpasste. Ob das Theater nach seinem Rückzug weitergeführt wird, ist offen.