Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Ein Kommentar kritisiert FAZ-Korrespondent Michael Martens wegen einer Frage an Wolodymyr Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Belgrad am 8. August 2026. Martens hatte gefragt, was Europa konkret tun könne, damit die Ukraine mehr russische Soldaten töte, und verteidigte diese Formulierung später auf X mit militärstrategischen Argumenten. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić erklärte dagegen, er hoffe, dass das Töten aufhöre. Die Autorin wertet Martens’ Wortwahl als Aufgabe journalistischer Distanz und als Übernahme der Logik eines Abnutzungskriegs. Sie betont, Soldaten beider Seiten seien Menschen mit Familien und dürften nicht auf Verlust- und Ersatzraten reduziert werden. Der Kommentar verweist zudem auf den Krieg im Donbass seit 2014 sowie auf behauptete wirtschaftliche und rohstoffpolitische Interessen im Konflikt. Statt effizienteres Töten zu fordern, sollten Journalisten politische Verantwortung, Verhandlungsoptionen und Interessen an einer Kriegsfortsetzung hinterfragen.