Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien
Michail Gorbatschow wird vier Jahre nach seinem Tod als Politiker gewürdigt, der eine atomwaffenfreie, gewaltfreie Welt, politischen Dialog und gemeinsame Sicherheit anstrebte. Der Beitrag versammelt Aussagen aus Reden, Interviews und seinem politischen Testament: Frieden sei unteilbar, militärische Stärke schaffe keine dauerhafte Sicherheit, und globale Probleme liessen sich nicht einseitig oder militärisch lösen. Gorbatschow verlangte die Abschaffung von Atomwaffen, eine Stärkung des Völkerrechts und der UNO sowie einen Sicherheitsbegriff, der Nahrung, Wasser, Umwelt und Gesundheit einschliesst. Der Autor kontrastiert diese Positionen mit der gegenwärtigen Konfrontation zwischen Russland und dem kollektiven Westen. Besonders hervorgehoben werden Gorbatschows Warnungen vor einer Militarisierung der Weltpolitik, vor nuklearer Eskalation und vor der Gefahr fehlender Verständigung. Für Europa wird eine neue Sicherheitsarchitektur nach dem Vorbild von Helsinki und Paris gefordert. Persönliches Engagement und eine friedensorientierte internationale Politik sollen die damaligen Chancen wieder aufgreifen.