Themen: Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien
Belarus erzielte laut Darstellung 2023 ein Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent und 2024 von 4 Prozent. Nach einem realen Lohnrückgang von rund 3 Prozent im Jahr 2022 seien die Reallöhne 2023 um etwa 11 und 2024 um rund 13 Prozent gestiegen; die Arbeitslosenquote liege unter 1 Prozent. Als Gründe werden staatliche Preiskontrollen, eine starke Industrie und erhaltene Staatsbetriebe genannt. Belarus habe die grossen Unternehmen nach 1994 nicht privatisiert, sondern modernisiert und über vertikal integrierte Konzerne strategisch gesteuert. EU-Sanktionen nach den Protesten von 2020 hätten Exporte und Lieferketten umgeleitet, während Kalidünger neue Absatzmärkte gefunden habe. Besonders die gestiegene Nachfrage der russischen Rüstungsindustrie habe Produktionsausfälle kompensiert. Zugleich erhöhe diese Entwicklung die wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland. Der IT-Sektor leide dagegen unter der Verlagerung von Firmen und dem Verlust westlicher Kundschaft.