Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH, Bern/Freiburg
Sandra Kropf lebt seit August in einer rollstuhlgängigen Zweizimmerwohnung am Stadtrand von Bern und beschäftigt drei Assistenzpersonen. Nach Abzügen bleiben ihr von maximal 150 bewilligten Assistenzstunden monatlich 111 Stunden für Unterstützung im Alltag. Ausfälle und administrative Aufgaben übernehmen deshalb oft ihre Eltern. Eveline lebt in Liestal mit Lernbehinderung selbstständig und erhält punktuelle ambulante Wohnbegleitung der Stiftung Mosaik. Beide bevorzugen das eigene Wohnen gegenüber Institutionen. Laut einer Studie der Berner Fachhochschule reichen finanzierte Leistungen häufig nicht für einen vollständig selbstbestimmten Alltag; zusätzlichen Aufwand tragen meist Angehörige unbezahlt. Rund 44'000 Menschen mit körperlicher oder kognitiver Behinderung leben in der Schweiz in Institutionen. Die UNO kritisierte 2022 die institutionelle Unterbringung und verlangte mehr Angebote für selbstbestimmtes Leben. Die Inklusions-Initiative fordert verbindliche Gleichstellung und umfassendere Assistenz. Kantone bauen die Subjektfinanzierung unterschiedlich rasch aus; zugleich bleibt bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum knapp.