Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Sabotage im Zusammenhang mit Gazprom Germania. Sie liess Räumlichkeiten zweier Personen und eines Unternehmens durchsuchen. Ein russischer Staatsbürger soll an einem Plan beteiligt gewesen sein, die deutsche Gasversorgung zu beeinträchtigen. Gazprom hatte seine deutsche Tochter Ende März 2022 an eine russische Firma verkauft, die ohne erforderliche Genehmigung des Wirtschaftsministeriums deren Liquidation anordnete. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Gazprom Germania über 25 Prozent der deutschen Erdgasspeicherkapazitäten. Die Ermittler vermuten, Verkauf und Liquidationsplan hätten eine Versorgungsknappheit herbeiführen sollen; zudem prüfen sie mögliche Verstösse gegen das Aussenwirtschaftsrecht. Das Wirtschaftsministerium setzte daraufhin eine Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur ein. Die Gesellschaft wurde im Juni 2022 in SEFE umbenannt und im November verstaatlicht. Russland drosselte später Gaslieferungen über Nord Stream. Die EU plant einen verbindlichen Ausstieg aus russischen Gasimporten bis Ende 2027; die Nord-Stream-2-Betreiberin klagt dagegen.