Themen: Gesundheit, KI/Digital, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Interpol zerschlug in einer weltweiten Operation 66 kriminelle Gruppen und beschlagnahmte mehr als sechs Millionen Dosen nicht zugelassener oder gefälschter Medikamente. Die Produkte, darunter Beruhigungsmittel und Antibiotika, werden teils als Nahrungsergänzung oder Krebsbehandlung ausgegeben. Europol nahm zudem ein Netzwerk hoch, das Fälschungen in Bulgarien, Griechenland, Moldau, Rumänien, Ungarn und Polen produzierte und verschickte. Tiefe Preise, fehlende Rezepte und Arzneimittelengpässe erleichtern den illegalen Markt. Besonders soziale Medien machen es schwierig, lizenzierte von unseriösen Online-Apotheken zu unterscheiden. Gefälschte Medikamente können falsche oder zu hoch dosierte Wirkstoffe enthalten und Vergiftungen, Schlaganfälle oder Todesfälle verursachen. Der Markt kostet EU-Hersteller und Grosshändler jährlich rund zehn Milliarden Euro; Erträge können weitere Kriminalität finanzieren. Die EU verschärfte 2011 den Fernverkauf, mehrere Staaten untersagen den Onlineverkauf rezeptpflichtiger Arzneien. Fachleute verlangen zusätzlich bessere Strafverfolgung und Sensibilisierung entlang der Lieferkette.