Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Die Zürcher Kantonalbank meldet für den Kanton Zürich einen Anstieg der Leerwohnungsziffer von 0,48 auf 0,52 Prozent und sieht darin eine Entspannung am Wohnungsmarkt. Eine ZKB-Analystin folgert, Vermieter könnten weniger hohe Mietpreise verlangen. Dem wird entgegengehalten, das Mietrecht begrenze nicht bloss den Markt, sondern untersage missbräuchliche Erträge. Seit einem Bundesgerichtsurteil von 2020 darf die Nettorendite zwei Prozentpunkte über dem Referenzzinssatz liegen. Bei einer Leerwohnungsziffer bis 1,5 Prozent gilt im Kanton Wohnungsmangel; Vermieter müssen dann den bisherigen Mietzins offenlegen und auf das Anfechtungsrecht hinweisen. 2025 wurden im Kanton 409 Anfangsmietzinse angefochten. Genf, Waadt und Zürich, die eine Formularpflicht kennen, vereinen fast neun von zehn solchen Verfahren schweizweit. Kritisiert wird zudem, dass das ZKB-Immobilienbarometer mögliche Mietzinserhöhungen durch einen steigenden Referenzzinssatz erwähnt, missbräuchliche oder anfechtbare Mieten aber nicht. Der Mieterverband schätzt Überzahlungen 2023 auf über zehn Milliarden Franken, was der Hauseigentümerverband bestreitet.