Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Demokratie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Europa
Das Völkerrecht entwickelte sich aus dem römischen ius gentium, das Handel und Alltag von Nichtbürgern im Imperium regelte. Juristen der Renaissance übertrugen den Begriff auf zwischenstaatliche Beziehungen. Hugo Grotius formulierte 1625 ein grundlegendes Werk zu Krieg und Frieden, Emer de Vattel verlangte 1758 ein überstaatliches Schiedsgericht und eine völkerrechtlich geordnete Staatengemeinschaft. Nach dem Wiener Kongress von 1814/15 sollte die Heilige Allianz Europas Ordnung sichern. Kriege und Revolutionen untergruben dieses religiös geprägte System; 1856 wurde das Osmanische Reich in die Völkerrechtsgemeinschaft aufgenommen. Zugleich regelten internationale Verträge Telegrafie und Post. Die Schweiz wirkte am Telegrafenvertrag von 1865 mit; Bern wurde Sitz des internationalen Bureaus und 1874 Ort der Gründung des allgemeinen Postvereins. Imperialismus und Kanonenbootpolitik zeigten jedoch die Grenzen der Kooperation. Die Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 sollten Kriege verhindern, bevor der Erste Weltkrieg diese Bemühungen unterbrach.