Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Zürcher Frauenhäuser, Opferberatungen und Präventionsstellen melden eine Überlastung durch steigende Fallzahlen. Die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration musste an einem Dienstag drei Frauen abweisen, weil sämtliche 26 Betten belegt waren. Die Beratungsstelle für Frauen registriert jährlich 10 bis 15 Prozent mehr neue Beratungsfälle und berät täglich 30 bis 35 Personen. Das Mädchenhaus Zürich ist fast stets ausgelastet; seit dem zweiten Semester 2026 erhielt es rund 40 bis 50 Anfragen, konnte aber nur etwa sechs Plätze vergeben. Die neue Opferhilfenummer 142 und eine grössere Sensibilisierung erhöhen nach Angaben von Fachleuten die Zahl der Beratungen. Zugleich verweisen sie auf zunehmende Gewalt. Präventionsangebote für Männer führen Wartelisten. Die Organisationen verlangen mehr Personal, Räume und Schutzplätze, kantonsübergreifende Lösungen sowie stärkere Prävention. Im Kanton Zürich rückt die Polizei täglich etwa 20 Mal wegen familiärer Streitereien oder häuslicher Gewalt aus; meist sind Frauen betroffen.