Themen: Gesellschaft, Sport, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Fussball-Weltmeisterschaft wird als Anlass einer Kritik am Nationalismus verstanden. Nationale Trikots, Fahnen und die Identifikation mit der Schweizer Nati würden ein staatsbezogenes Wir-Gefühl stärken, das nicht auf frei gewählten gemeinsamen Interessen beruhe. Der Beitrag verweist auf die FIFA, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt im Umfeld von Fussball-Grossereignissen und politische Konflikte im Gastgeberland USA, sieht das grundlegende Problem jedoch in der nationalen Identifikation selbst. Als Beispiel für die Konstruktion nationaler Mythen dient der 1. August: Der Nationalfeiertag zum angeblichen Rütlischwur von 1291 werde erst seit 1891 begangen, nachdem frühere Datierungen der Eidgenossenschaft verbreitet gewesen seien. Auch Edelweissstoffe, Alphorn und Schwingen werden als teilweise junge oder nicht ausschliesslich schweizerische Traditionen dargestellt. Der Nationalstaat schaffe demnach das Volk innerhalb seiner Grenzen und erwarte Loyalität, Gesetzestreue sowie im Ernstfall Verteidigungsbereitschaft.