Themen: Gesellschaft, Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Else Züblin-Spiller, 1881 in Winterthur geboren, wurde zur prägenden Sozialpionierin der Schweiz. Nach einer von Armut, Familienpflichten und frühen Berufsjahren geprägten Jugend arbeitete sie als Journalistin und wurde erste Redaktorin einer politischen Schweizer Zeitung. Ihre Erfahrungen mit Not führten sie zur Hilfe für Armutsbetroffene und zum ersten Zürcher Kinderhilfstag von 1911. Während des Ersten Weltkriegs erkundete sie die schwierigen Unterkünfte der Grenzsoldaten im Jura und eröffnete am 22. November 1914 in Bassecourt und Glovelier die ersten Soldatenstuben. Daraus entstand ein landesweites Netz alkoholfreier Aufenthaltsorte, getragen von freiwilligen Frauen. Züblin-Spiller organisierte zudem Unterstützung für Soldatenfamilien und half während der Spanischen Grippe. Später baute sie Betriebskantinen und die erste Betriebsfürsorgestelle der Schweiz auf, engagierte sich für das Frauenstimmrecht und gründete im Zweiten Weltkrieg den Frauenhilfsdienst mit.