Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Sindujan wuchs mit tamilischen Traditionen wie Puthandu und Pongal auf, zugleich förderten seine Eltern seine Einbindung ins Schweizer Dorfleben durch Turnverein und Musikgesellschaft. Er übernahm früh Sprache, Gepflogenheiten, Traditionen und politische Haltungen seines Umfelds. Bei der Masseneinwanderungsinitiative 2014 stimmte er noch dafür; heute bezeichnet er das Anliegen als rassistisch und versteht seine damalige Zustimmung als Folge starker Anpassung. Während eines fünfmonatigen Aufenthalts in Australien begann er, sich über den Schweizer Freundeskreis hinaus für andere Kulturen und Nationalitäten zu öffnen. Nach Berufsmatura, Pädagogischer Hochschule und dem Berufseinstieg als Primarlehrer beantragte er die Einbürgerung. Seine Freunde hatten ihm zuvor davon abgeraten, um den Militärdienst zu vermeiden. Den Einbürgerungstest bestand er ohne Vorbereitung, empfand das Verfahren und besonders das Gespräch mit dem Gemeinderat jedoch als bevormundend. Auf die Frage nach seinem Passwunsch verwies er auf Schule, Arbeit und seine vollständige Sozialisation in der Schweiz. Das Verfahren liegt nach der Gemeindezusage noch bei Kanton und Bund; die Kosten betragen bisher rund 3500 Franken.