Themen: Gleichstellung, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Frauen vertrauen öffentlichen Institutionen in der Schweiz deutlich weniger als Männer und schätzen ihre politischen Beteiligungsmöglichkeiten schlechter ein. Das zeigt eine vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann bei der OECD in Auftrag gegebene Studie. Während 65 Prozent der Männer auf ihre Fähigkeit zur politischen Teilhabe vertrauen, sind es bei den Frauen 45 Prozent. Nur etwa jede zweite Frau erwartet, dass Eingaben bei Behörden gleichberechtigt behandelt werden; bei Männern sind es zwei Drittel. Weniger als die Hälfte der Frauen glaubt zudem, dass das Parlament Interessen unterschiedlicher Gruppen und Regionen ausgewogen vertritt, gegenüber 60 Prozent der Männer. Der geschlechtsspezifische Unterschied bei der politischen Partizipation ist in der Schweiz fast doppelt so gross wie im OECD-Durchschnitt. Der Ständerat lehnte in der Sommersession 2026 eine Motion ab, welche Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte zu Aus- und Weiterbildungen bei sexualisierter, geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt verpflichten sollte.