Themen: Umwelt, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die Braunbärenpopulation in Lettland ist laut Jānis Ozoliņš vom Forstforschungsinstitut Silava auf mindestens 190 Tiere gestiegen; vor fünf Jahren waren es rund 70. Mindestens 18 Bärinnen mit Jungtieren wurden im vergangenen Jahr im Osten des Landes gezählt. Die Tiere ziehen damit nicht mehr nur durch Lettland, sondern pflanzen sich dort fort. Sichtungen in der Wildnis und nahe Siedlungen nehmen zu, was Forderungen nach einer Jagdfreigabe ausgelöst hat. Ozoliņš hält dies angesichts der noch kleinen Population nicht für vorrangig: Bären seien in den baltischen Staaten gerade wegen der Jagd verschwunden und in weiten Teilen Europas streng geschützt. Nötig seien besser geschützte Bienenstöcke und Höfe, klare Regeln für Schadenersatz sowie ausgebildete Interventionsteams für gefährliche Tiere. Lettland verfüge derzeit weder über die rechtliche Grundlage noch über qualifiziertes Personal für deren Entfernung. Erfahrungen aus Estland, Schweden, Kroatien und Slowenien könnten helfen. Der Grenzzaun zu Russland könnte zudem beeinflussen, wo sich Bären künftig ansiedeln.