Themen: Kultur, Reisen & Ferne Welt
Regionen: International, Afrika
In Lalibela versammeln sich vor Timkat, dem äthiopischen Epiphaniefest, Tausende orthodoxe Christinnen und Christen zu Pilgerfahrten, Prozessionen und Gottesdiensten. Die Stadt mit ihren in den Fels gehauenen Kirchen gilt als «Jerusalem Afrikas». Während der Feier tragen Priester tabots, verhüllte Nachbildungen der Bundeslade, begleitet von Gebeten, Trommeln, Gesang und Tanz. Die äthiopische Kirche vertritt die Tradition, die echte Bundeslade werde in der Kathedrale von Santa Maria von Zion in Axum aufbewahrt. Sie sei nur einem Wächterpriester zugänglich. Für Judentum, Christentum und Islam gilt die historische Bundeslade dagegen als verschollen; biblische Texte geben nach der Zeit des ersten Tempels keine gesicherte Auskunft über ihren Verbleib. Lalibelas elf Felsenkirchen stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert und sind UNESCO-Welterbe. Die religiösen Feierlichkeiten sind zugleich vom Tourismus geprägt: Unterkünfte werden früh reserviert, Besucher zahlen Abgaben, und zahlreiche Kameras begleiten die Prozessionen.