Themen: CH-Politik, Demokratie, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Tessin
Enrico Carpani kritisiert die politische Kultur in Lugano und fordert statt bloss Politik mehr «Poletik», also ethisch einwandfreie Haltung und bessere Kommunikation. Die Affäre um Norman Gobbi Zali sowie die publik gewordenen Vergütungen politischer Vertreter in städtischen Beteiligungsgesellschaften hätten gezeigt, wie mangelnde Transparenz und unzureichende Governance Vertrauen beschädigten. Die nachträglichen Transparenzbeteuerungen wirkten angesichts jahrelanger Intransparenz unglaubwürdig. Carpani hinterfragt auch die Strafanzeigen, insbesondere jene des Municipio zum Schutz seines Rufs gegenüber privaten Investoren im Zusammenhang mit Zahlen des Casinos. Er kritisiert zudem, dass ein erheblicher Teil des erwarteten Luganeser Defizits mit Entscheidungen begründet werde, die nicht von der Stadt getroffen worden seien. Wenn damit Entscheide der Stimmberechtigten gemeint seien, sei dies mit dem Selbstverständnis direkter Demokratie kaum vereinbar. Auch bei der Positionierung Luganos als Kryptostadt und bei der Verbindung mit El Salvador seien die Einwohner nicht einbezogen worden.