Themen: Neutralität, Geopolitik, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Jean-Jacques Langendorf, 88-jähriger Schweizer Schriftsteller und Militärhistoriker, verbindet im Gespräch seine Biografie mit Literatur, Musik und strategischen Studien. Sein deutscher, antinazistischer Vater floh 1933 aus Deutschland, wurde später US-Soldat und wirkte nach dem Krieg an der Demokratisierung der bayerischen Presse mit. Langendorf wuchs in Genf auf, stand als Jugendlicher dem Dirigenten Ernest Ansermet nahe und wandte sich zunächst dem Anarchismus zu. Nach einer Verurteilung wegen eines Anschlags auf das spanische Konsulat lehrte er in Tunesien Philosophie und studierte Arabisch. Später forschte er im Nahen Osten zur Militärarchitektur und spezialisierte sich auf Militärgeschichte bis 1914. Seine Haltung zur Schweizer Neutralität begründet er mit Bewunderung für die Realpolitik während des Zweiten Weltkriegs. Die Übernahme europäischer Sanktionen durch die Schweiz bewertet er als gefährlichen Widerspruch zur Neutralität. Derzeit arbeitet er an einem Buch über Clausewitz und die Schweiz.