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Abgestempelt? Lösch deinen Ex! Das Geschäft mit der «sexuellen Reinheit»

Flimmer
Abgestempelt? Lösch deinen Ex! Das Geschäft mit der «sexuellen Reinheit»

Themen: Gesellschaft, Gleichstellung, Wissenschaft

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Schweizer Esoterik-Anbieterinnen verkaufen Fernbehandlungen und Coachings, welche die angeblichen energetischen Spuren früherer Sexualpartner löschen sollen. Samantha Benedetti verlangt für eine «Telegonie-Löschung» 300 Franken; andere Angebote werben mit ähnlichen Leistungen. Versprochen werden harmonischere Beziehungen, Unterstützung bei Kinderwunsch oder die Befreiung von Belastungen durch Ex-Partner. Die Dienste richten sich offenkundig vor allem an heterosexuelle Frauen und funktionieren häufig über Websites, Telefon, WhatsApp, Telegram oder vollständig aus der Ferne. Die zugrunde liegende Telegonie behauptet, frühere Sexualpartner könnten Frauen und später gezeugte Kinder dauerhaft beeinflussen. Diese im 19. und frühen 20. Jahrhundert diskutierte Vorstellung wurde mit der modernen Genetik verworfen. Heute wird sie kommerziell wiederbelebt, teils kombiniert mit Behauptungen über DNA-Heilung, Ahnen oder Zirbeldrüsenreinigung. Sektenkenner Hugo Stamm kritisiert darin eine misogyne Reinheitsidee. Die Fachstelle infoSekta ordnet die Anastasia-Bewegung, deren Umfeld ähnliche Vorstellungen verbreitet, dem rechtsesoterischen Spektrum zu. Besonders zynisch wirken Angebote, die Betroffenen sexueller Gewalt eine angeblich gespeicherte «Täterenergie» zuschreiben und deren Entfernung kostenpflichtig anbieten.

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