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Abschied von zwei prägenden Philosophen

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Abschied von zwei prägenden Philosophen

Themen: Kultur/Feuilleton, Demokratie

Regionen: International, Europa

Jürgen Habermas starb am 14. März 2026, Edgar Morin am 29. Mai 2026. Der Rückblick würdigt beide als bedeutende europäische Philosophen, deren unabhängiges Denken die öffentliche Debatte über Jahrzehnte geprägt habe. Habermas, Vertreter der zweiten Generation der Frankfurter Schule, entwickelte die Kritische Theorie weiter und verband demokratische Gesellschaft mit vernünftiger Verständigung. Seine Idee vom «zwanglosen Zwang des besseren Arguments» steht einem von Emotionalisierung, Machtinteressen und strategischer Kommunikation geprägten Diskurs gegenüber. Morin, in Frankreich hoch angesehen und ehemaliger Résistance-Kämpfer, entwarf ein Denken der Komplexität. Gegensätze wie Ordnung und Chaos oder Einheit und Vielfalt verstand er als zusammengehörige Elemente der Wirklichkeit. Sein dialogischer Ansatz zielte auf Verständnis, Ausgleich und Frieden; zum Krieg in der Ukraine betonte er die wachsende Dringlichkeit des Friedens. Habermas’ Theorie des kommunikativen Handelns und Morins sechsbändiges Werk «La Méthode» bleiben als zentrale Arbeiten erhalten. Beide verteidigten geistige Freiheit gegen Dogmatismus und Vereinfachung.

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